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Alma Mater Viadrina - Aus der Geschichte der Universität Frankfurt (Oder)                                                                                      zurück

Dieter Heinrich

(Erstveröffentlichung in GESCHICHTS-REPORT Nr. 48/49)

Auf Geheiß seines Dienstherrn, des Bischofs von Riesenburg in Westpreußen, schrieb sich 1513 Helius Eobanus Hessus an der Viadrina ein. Er wurde Professor der lateinischen Sprache und gelangte später als Humanist und neulateinischer Dichter (Hauptvertreter des Erfurter Humanistenkreises) zu einiger Berühmtheit. Einen Holzschnitt mit seinem Porträt wählte die bulgarische Post 1979 für ihre Serie mit Dürer-Grafiken aus.

Zum 200. Todestag von Carl Philipp Emanuel Bach wurde 1988 eine Bildpostkarte aufgelegt. Eine der im gleichen Jahr erschienen Sondermarken zu den Arbeiterfestspielen zeigt unter anderem die Fassade der einstigen Franziskanerkirche, die seit 1966 als Konzerthalle den Namen dieses Komponisten trägt. Der Sohn Johann Sebastian Bachs hat - wie er in seiner Autobiografie schreibt - von 1734 bis 1738 "in Frankfurth an der Oder studirt und dabey an letztern Orte sowohl eine musikalische Akademie als auch alle damals vorfallenden öffentlichen Musiken bey Feyerlichkeiten dirigirt und komponirt."

 


Weniger von Frankfurt begeistert waren offenbar die Brüder Humboldt, die sich für das Wintersemester 1788/89 an der Viadrina einschrieben. Alexander von Humboldt studierte hier Kameralistik, sein älterer Bruder Wilhelm die Rechte. Wenn einer nichts könne und Doktor werden wolle, schrieb dieser an seine Freundin Henriette Herz, solle er getrost kommen. Wilhelm von Humboldt betrieb später als Sektionschef für Kultus und öffentlichen Unterricht im preußischen Ministerium die Gründung der Berliner Universität 1810, in deren Folge die Viadrina 1811 ihre Tätigkeit einstellen musste.

In der "philatelistischen Matrikel" bekannter Viadrina-Studenten darf natürlich der berühmteste Sohn Frankfurts nicht fehlen. Heinrich von Kleist wurde nach seinem in Potsdam absolvierten Militärdienst am 10. April 1799 an der Universität seiner Geburtsstadt immatrikuliert und studierte hier drei Semester Physik, Mathematik, Naturrecht und Kulturgeschichte. Zum 150. Todestag widmete ihm seine Geburtsstadt, die heute den Beinamen "Kleiststadt" führt, den nebenstehenden Sonderstempel.

 


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