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H o m e

Postverkehr Deutsches Reich - USA 1871 - 1875          zurück
Postverkehr zwischen dem Gebiet der Deutschen Reichspost und den Vereinigten Staaten von Amerika 4.5.1871 - 31.12.1875

von Hansmichael Krug, Frankfurt am Main

Die verschiedenen Transitwege - Transit via Hamburg - Mit Franco Kennzeichnung

Die Dampfer der HAPAG fuhren jeden Mittwoch von Hamburg via Le Havre nach New York. Die auf diesem Weg beförderten Briefe tragen bis Ende 1873 einen roten Einzeiler FRANCO

Das Porto für Briefe je 15 Gramm aus dem Gebiet der Gulden / Kreuzer-Währung betrug 9 Kr.

3 Kr. im waagrechten Dreierstreifen als Mehrfachfrankatur von BADEN 30 6 73 (Montag) via Hamburg nach New York mit rotem Eingangsstempel NEW YORK PAID ALL JUL 16. Befördert mit dem HAPAG Dampfer "Frisia".

9 Kr. Einzelfrankatur auf Brief bis 15 Gramm mit Baden EKr. MERCHINGEN 23 DEZ (1872, Montag) via Hamburg und New York nach New Harmony mit rückseitig rotem Eingangs-stempel NEW YORK PAID ALL JAN 10.

Befördert mit dem HAPAG Dampfer "Cimbria".

Kennzeichnung der ausreichenden Frankatur mit rotem Einzeiler FRANCO.


 

2½ Gr. auf Brief bis 15 Gramm von HAMBURG F.A. 29/4 73 (Dienstag) mit dem HAPAG Dampfer "Holsatia" nach New York.
 

2½ Gr. auf Brief bis 15 Gramm von BERLIN / POST-EXP. 1. / 23 3 72 (Samstag) mit dem HAPAG Dampfer "Silesia" nach New York.
 


 

5 Gr. auf Brief der 2. Gew. Stufe von WIESBADEN 23 4 72 (Dienstag) mit dem HAPAG Dampfer "Hammonia II" nach New York und weiter nach Brownsville (Texas).
 

Eingeschriebener Brief der 2. Gewichtsstufe (15-30 Gramm) von JEVER 8 6 (1873, Sonntag) trotz hds. Angabe "pr. Nordd. Lloyd" richtig auf Hamburg geleitet und am 11.6. mit dem HAPAG Dampfer "Hammonia II" nach New York und weiter nach Maryville (Miss.) befördert.

Roter Eingangsstempel CHICAGO ILL. PAID ALL für schon in Deutschland vorsortierte Post für die Nord- und Nordwestlichen Bundesstaaten.


 

9 Kr. auf Brief bis 15 Gramm von COBURG 6 10 73 (Montag) mit dem HAPAG Dampfer "Westphalia" via New York nach Chicago
 

2½ Gr. auf Brief bis 15 Gramm von CHEMNITZ 2/8 73 (Samstag) mit dem HAPAG Dampfer "Holsatia" nach New York und weiter nach Manitowoc Wisc.

25 Kr.-Porto auf eingeschriebenem Brief der 2. Gewichtsstufe (20,5 Gramm) mit Thurn und Taxis EKr. von FRANKFURT A.M. SACHSENHAUSEN 14 6 (1872, Freitag) und Thurn und Taxis Ra1 "Charge" über Hamburg und New York nach Matawan mit rotem DKr. NEW YORK REGISTERED JUL 4. Obwohl der Brief den handschriftlichen Vermerk "via Bremen" trägt ist er offensichtlich über Hamburg geleitet worden, da er wahrscheinlich das am Samstag-Vormittag in Bremen abgegangene Schiff nicht mehr erreicht hatte.

Hamburg / Datum / FRANCO

Verschiedene rote dreizeilige Rechteckstempel als Eingangsstempel zur Bestätigung der ausreichenden Frankatur


 

HAMBURG / 21 8 72 / FRANCO
Roter Hinrichsen-Maschinenstempel auf Brief bis 15 Gramm von LANSING AUG 5 mit rotem EKr. NEW YORK AM. PKT. DIRECT AUG 8 nach Berlin. (HAPAG Dampfer Thuringia)
 

HAMBURG / 13 11 72 / FRANCO
Roter Ra3 auf eingeschriebenem Brief bis 15 Gramm (6 C. Bef.-Gebühr + 8 C. Reko-Gebühr) frankiert mit USA Ausgabe 1870 2 C. + 6 C.(2) nach Fürth (Kgr. Bayern) mit preuss. Zackenrechteck Ra1 und bayr. Schreibschrift L1 "Charge" zur Eingangs-R- Kennzeichnung.

Die verschiedenen Transitwege - Transit via Hamburg - Ohne Franco Kennzeichnung

Mit der Gen.Verf. 233 vom 27.11.1873 wurde bestimmt, dass die ausreichend frankierten Briefe nicht mehr mit einem Francostempel zu kennzeichnen sind.


 

Brief bis 15 Gramm mit Einzelfrankatur 2 1/2 auf 2 1/2 Gr. von HANNOVER 15 2 75 (Montag) über Hamburg und New York mit rotem Rundstempel NEW YORK PAID ALL MAR 3 nach New Haven. Befördert mit dem HAPAG Dampfer "Pommerania". Aufbrauch der 2 1/2 auf 2 1/2 Gr.-Marke als 25 Pfge.-Marke im Jahr 1875
 

4 1/2 Gr.-Frankatur auf eingeschriebenem Brief bis 15 Gramm mit Braunschweig DKr. WOLFENBÜTTEL 17 AUG 1874 und Braunschweig Ellipsenstempel "RECOMMANDIERT" via New York nach Hudson mit NEW YORK SEP 2 (HAPAG Dampfer "Hammonia II").

Übereinkommen zur Versendung von Postkarten zum ermäßigten Porto von 1 Groschen oder 4 Kreuzer bzw. 2 Cent; gültig ab dem 1.12.1873 im direkten Transit über deutsche Häfen.

1 Gr.-Porto auf Postkarte von BERLIN P.A. No 41 2 12 73 (Dienstag) nach Brooklyn, befördert mit dem HAPAG Dampfer "Pommerania". Die Karte wurde unmittelbar nach dem Inkrafttreten des Übereinkommens geschrieben und mit dem Hinweis auf das günstige Porto am darauf folgenden Tag abgesandt.

12 Gr.-Frankatur auf eingeschriebenem Brief der 4. Gewichtsstufe (48 Gramm) mit Ra3 HANNOVER / STADT-POST-EXP. No1 / 2 3 74 (Montag) via Hamburg mit dem Dampfer "Thuringia" nach New York und weiter nach Plainville (Conn.). In Plainville wurde der Brief umadressiert, mit den Marken der Ausgabe 1870 2C. + 3C. + 15C. für das amerikanische Porto frankiert (4 mal 3 Cent Beförderungsgebühr + 8 C. R-Gebühr und nach New Haven (Conn.) nachgesandt.

 

Transit via Hamburg, unzureichend frankiert - Kennzeichnung durch den zweizeiligen Schreibschriftstempel von Hamburg

Die Behandlung unzureichend frankierter Briefe ist in den Ausführungsbestimmungen zum Postvertrag vom 21.10.1867 in der Gen. Verf. No.206/1867 festgelegt, und wurde bis zum 30.06.1875 beibehalten. Sie ist nachfolgend auszugsweise zitiert:

"Die mit Freimarken oder Franco- Couverts ungenügend frankierten Briefe werden als unfrankierte Briefe behandelt und taxiert, jedoch wird der Werth der verwendeten Freimarken etc. dabei zu Gute gerechnet...
Bei der Umwandlung der Amerikanischen Währung in die Thaler-Währung ist 1 Cent gleich 5 Pfennigen zu rechnen."

Die im oben zitierten Vertrag angegebene Umrechnung von Cent in Pfennige (71 Cent = 1 Thaler) bezieht sich auf den Golddollar. Die US-Banknoten (Papiergeld, Notes) entsprachen zu dieser Zeit nicht genau dem Wert des Golddollars. Ein täglich wechselnder Umrechnungskurs legte den Wert der Banknoten bezogen auf den Golddollar fest. Der Faktor, mit dem der Golddollar multipliziert werden musste, lag in dieser Zeit zwischen 1,06 und 1,20.

2½ Gr. statt 5 Gr. auf Brief der 2. Gew. Stufe (15-30 Gramm, blaue 2 links oben) mit "Würstchen"-Stempel von KIEL 21 5 72 (Dienstag) über Hamburg und von dort mit dem HAPAG-Dampfer "Holsatia" nach New York befördert. In Hamburg erhielt der Brief den Zweizeiler "Unzureichend frankirt" und in New York den EKr. NEW YORK JUN 5 20 U. S. NOTES für die Höhe der Nachgebühr.

Die Nachgebühr errechnet sich aus dem Porto für unzureichend frankierte Briefe der 2. Gew.-Stufe über Hamburg abzüglich der verklebten Frankatur 2 mal 12 Cents abzüglich 6 Cents (2½ Gr. = 6 C.) sind 18 Cents, diese multipliziert mit 1,11 (dem Umrechnungsfaktor für Notes) ergeben 19,98 bzw. aufgerundet 20 Notes.

Brief mit 2½ Gr. frankiert von BERLIN P.E.38. 16.2.72 (Freitag) auf Bremen geleitet zu dem am nächsten Tag abgehenden Dampfer "Hansa" des Norddeutschen Lloyd nach New York; dort mit dem schwarzen L1 FRANCO von Bremen als ausreichend frankiert gekennzeichnet.

Bei der Nachkontrolle wurde festgestellt, dass der Brief über 15 Gramm wog und daher nicht ausreichend frankiert war. Der FRANCO-L1 wurde gestrichen und der Brief als 2. Gewichtsstufe deklariert (15-30 Gramm, blaue 2 links oben). Offensichtlich konnte der Brief dadurch nicht mehr mit der "Hansa" ausgeschifft werden und musste daher auf Hamburg geleitet werden, um dort am Mittwoch mit dem Dampfer "Westphalia" der HAPAG nach New York und weiter nach Delaware befördert zu werden.

In Hamburg erhielt der Brief den Zweizeiler "Unzureichend frankirt" und in New York den Taxziffer-Stempel "20" (U. S. NOTES) für die Höhe der Nachgebühr.

Die Nachgebühr errechnet sich aus dem Porto für unzureichend frankierte Briefe der 2. Gew.-Stufe über Hamburg abzüglich der verklebten Frankatur. 2 mal 12 Cents abzüglich 6 Cents (2½ Gr. = 6 C.) sind 18 Cents, diese multipliziert mit 1,11 (dem Umrechnungsfaktor für Notes) ergeben 19,98 bzw. aufgerundet 20 Notes.

1 Gr. statt 2½ Gr., unterfrankierter Brief von BLOMBERG 30.3.1874 (Samstag) über Hamburg und New York nach Cleveland. In Hamburg erhielt der Brief den Schreibschrift L2 "Unzureichend frankirt", wurde mit dem HAPAG-Dampfer "Hammonia II" nach New York befördert und dort mit dem Stempel NEW YORK APR 17 DUE 10 U. S. CURRENCY, der einzuziehenden Nachgebühr, versehen.

Die Nachgebühr errechnet sich aus dem Porto für unfrankierte Briefe bis 15 Gramm über Hamburg abzüglich der Frankatur (1 Gr. = 2,4 Cents). 12 Cents abzüglich 2,4 Cents = 9,6 Cents. Multipliziert mit dem Umrechnungsfaktor für Notes (1,06) und Aufrundung ergibt 10 Cents, die auch handschriftlich vermerkt sind und beim Empfänger eingezogen wurden.

9 Kr. statt 18 Kr. auf Brief der 2. Gew.-Stufe (15-30 Gramm, blaue 2 links oben) mit Baden-DKr. HEMSBACH 1 DEZ über Hamburg und New York nach Springfield. In Hamburg mit dem Schreibschrift L2 "Unzureichend frankirt" und in New York mit dem Taxstempel "U.S. CURRENCY 19" gestempelt.

Die Nachgebühr errechnet sich aus dem Porto für unzureichend frankierte Briefe der 2. Gew.-Stufe über Hamburg abzüglich der verklebten Frankatur. Die 9 Kr. wurden als 2½ Gr. (Rotstiftkennzeichnung) entsprechend 6 Cents gerechnet. 24 C. - 6 C. = 18 C. Multipliziert mit dem Faktor für Notes aufgerundet 19 C.

 

Transit via Hamburg, unzureichend frankiert - Kennzeichnung durch den im Januar 1874 eingeführten einzeiligen Rahmenstempel

Ra1 "Unfrankirt" von Hamburg auf unfrankiertem Brief mit rückseitigem DKr. HAMBURG 8 3 74 nach Iowa. Der Brief wurde schon in Hamburg in einem separaten Beutel für Post in den Westen der USA vorsortiert und erhielt daher nach der Ankunft des HAPAG Dampfers "Westphalia" in New York nicht den PAID ALL Stempel von New York, sondern rückseitig den EKr. CHICAGO ILL. MAR 28 UNPAID und den blauen Zweizeiler U.S. CURRENCY / 13 für die Einziehung von 13 Notes - entsprechend dem Porto für unfrankierte Briefe via Hamburg nach USA von 12 Cent - beim Empfänger.

2½ statt 5 Gr. auf Brief der 2. Gew. Stufe (15 bis 30 Gramm) von HAMBURG 22 DECBR. 74 (Sonntag) via Hamburg mit dem HAPAG-Dampfer "Pommerania" nach New York. In Hamburg irrtümlich mit dem Ra1 "Unfrankirt" statt "Unzureichend frankiert" gekennzeichnet und in New York mit EKr. NEW YORK U.S. CURRENCY JAN 7 DUE 20 gestempelt.

Die beim Empfänger einzuziehende Gebühr errechnet sich aus dem Porto für einen unfrankierten Brief der 2. Gew. Stufe abzüglich der verklebten Frankatur (12 Cents - 6 Cents mal Umrechnungsfaktor Notes = 20 Notes).

 

Transit via Hamburg mit Dampfschiffen der Adler-Linie

Ab Januar 1874 wurde der Transit nach den USA durch Fahrten der Adler-Linie ergänzt, deren 5 Dampfschiffe alle 14 Tage meist donnerstags von Hamburg aus in See stachen. Im April 1875 wurde die Dampfschifffahrts-Gesellschaft von der HAPAG übernommen und der Donnerstagsfahrplan eingestellt. Die Korrespondenzen, die mit dieser Gesellschaft befördert wurden, sind nur an den Daten der NEW YORK PAID ALL Stempel zu erkennen.

Drucksachenkarte mit Hufeisenstempel HAMBURG 2 FEBR. 75 (SpNr.17-8) nach Neustadt an der Aich, mit der Mitteilung, dass der Dampfer "Klopstock" - siehe unten - wohlbehalten in New York angekommen ist.

5 Pfge.- Ganzsachenkarte + Zusatzfrankatur 5 Pfge. als 10 Pfge.-Porto für Postkarten von MAINZ-BAHNH. 14 1 75 via Hamburg nach New York mit dem Dampfer "Klopstock" der Adler-Linie, der am 16.1.1875 Hamburg verließ und am 1. Februar New York erreichte. Die Karte trägt zur Bestätigung den roten EKr. NEW YORK PAID ALL FEB 1

Brief bis 15 Gramm mit 25 Pfg. ab 1.1.1875 richtig frankiert mit NDP Ra3 von HAMBURG P.E.11. / ROTHENBURGSORT / 8 6 75 (Dienstag) nach New York mit rückseitigem NEW YORK PAID ALL JUN 25, befördert mit dem HAPAG Dampfer "Herder", der von der Adler-Linie übernommen wurde.