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Postverkehr Deutsches Reich - USA 1871 - 1875          zurück
Postverkehr zwischen dem Gebiet der Deutschen Reichspost und den Vereinigten Staaten von Amerika 4.5.1871 - 31.12.1875

von Hansmichael Krug, Frankfurt am Main

Die verschiedenen Transitwege - Transit via Bremen - Ohne Franco Kennzeichnung

Die Gen. Verf. No. 233 vom 27.11.1873 hebt die Kennzeichnung der richtig frankierten Briefpostgegenstände auf.


 

Brief bis 15 Gramm frankiert mit dreimal 3 Kreuzer von SIGMARINGEN 21 1 (1874, Mittwoch) mit dem Dampfer "Hansa" des NDL via New York und weiter nach Washington mit rotem EKr NEW YORK PAID ALL FEB 10
 

2½ Gr. ungewöhnliche Frankaturkombination auf Brief bis 15 Gramm von BREMEN 22 5 74 (Freitag) mit dem Dampfer "Oder" des Norddeutschen Lloyd mit rückseitig rotem EKr. NEW YORK PAID ALL JUN 9

Übereinkommen zur Versendung von Postkarten zum ermäßigten Porto von 1 Groschen oder 4 Kreuzer bzw. 2 Cent; gültig ab dem 1.12.1873 im direkten Transit über deutsche Häfen.


 

1 Gr.-Porto auf Postkarte von HANNOVER / STADTPOSTEXPEDITION No2 3 6 74 nach New York. Befördert mit dem Dampfer "Mosel" des Norddeutschen Lloyd.
 

4 Kr.-Porto auf Postkarte von FRANKFURT A. M. / POSTEXPED. No1 / 23 1 74 nach New York. Befördert mit dem Dampfer "Hansa" des Norddeutschen Lloyd.



Transit via Bremen - unzureichend frankiert

Unzureichend frankiert mit Kennzeichnung durch den Zweizeiler

UNGENÜGEND
FRANKIRT

2 statt 2½ Gr. auf Brief der 1. Gew. Stufe via Bremen von BERLIN ANHALTER-BAHNH: 13 9 (1872) mit rückseitigem Durchgangsstempel von BREMERHAVEN 14 9 72 mit dem Dampfer "Main" des Norddeutschen Lloyd nach USA.

Zur Kennzeichnung der unzureichenden Frankatur wurde der Brief in Bremen mit dem Zweizeiler "UNGENÜGEND FRANKIRT" gestempelt.

Das Porto für den unzureichend frankierten Brief errechnet sich aus dem Porto für einen unfrankierten Brief abzüglich der verklebten Frankatur von 2 Groschen umgerechnet als 4 Cents, d. h. 12 Cents - 4 Cents = 8 Cents. Diese Gebühr wurde (handschriftlich teils unter der Nachsendefrankatur vermerkt) beim Empfänger eingezogen.

In Hartfort wurde der Brief umadressiert und mit 3 Cent (Ausgabe 1870, MiNr.38) für das inneramerikanische Porto nach Marblehead (Mass.) nachfrankiert.


Unfrankiert ohne Kennzeichnung

Unfrankierter Brief bis 15 Gramm von VELBERT 19 12 73 (Freitag) über Bremen mit rückseitigem Durchgangstempel BREMERHAVEN nach New York mit US Portostempel NEW YORK U.S.CURRENCY JAN 8 DUE 14. Das Porto errechnet sich aus 12 Cent für den unfrankierten Brief multipliziert mit dem Umrechnungsfaktor für Notes und aufgerundet auf 14 Cent.

 

Transit via Bremen - Fahrpostsendungen

Die Versendung von Postfrachtstücken nach den Vereinigten Staaten von Amerika wurde in Bremen durch die Speditionsfirma "Constantin Württenberger" abgewickelt.

Das Porto errechnete sich aus dem Porto vom Aufgabeort bis Bremen + dem Porto für die Seefracht von Bremen bis zum Bestimmungsort in den USA. Diese Gebühren waren abhängig von der Entfernung und dem Gewicht der Sendung.

Die Paketbegleitbriefe bzw. die Paketkarten blieben zur Abrechnung bei der Fa. "Constantin Württenberger" in Bremen. Da die Paketbegleitbriefe in Bremen zu Abrechnungszwecken verblieben, durften sie laut Postreglement weder verschlossen sein noch briefliche Mitteilungen enthalten.

30 Gr. im senkrechten Dreierstreifen + 10 Gr. + 2 Gr. (2) als 104 Gr.-Porto auf Paketbegleitbrief für ein Paket von 4 Pfund von ALTENBURG 1 9 73 nach Newburg Wisc. Der Vorschrift gemäß mussten die Marken zu 10 und 30 Gr. einzeln handschriftlich mit schwarzer Tinte entwertet werden. Die Entwertung der 30 Gr.-Marken entspricht nicht dieser Vorschrift.

Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:
Deutsches Porto bis Bremen (Tarif bis zum 31.12.1873), Beförderungsgebühr (2 - 4 Pfund, 40 - 50 Meilen): 4 Gr.
Porto von Bremen über New York nach Wisconsin, Seefrachtgebühr (Gewichtsgruppe 3 - 5 Pfund): 100 Gr.
Gesamtporto entsprechend der Röteltaxierung: 104 Gr.

Die Seefrachtgebühr wurde als Weiterfranko von der Fa. Württenberger mit Blaustift als "wf 100 Gr." auf dem Paketbegleitbrief vermerkt.

2 Gr. + 5 Groschen 29 Exemplare, dabei Viererstreifen und 12er Block, vorder- und rückseitig auf Paketbegleitbrief für ein Paket von 9 Pfund 400 Gramm von RETHEN 22 10 mit nachverwendetem Hannover Einkreisstempel nach Harrison (Iowa).

Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:
Deutsches Porto bis Bremen (Tarif bis 31.12.1873), Beförderungsgebühr (unter 10 Pfund, ca. 5 Meilen, 1. Prog. Stufe): 2 Gr.
Porto von Bremen über New York nach Harrison, Seefrachtgebühr (Gewichtsgruppe 5 - 10 Pfund): 145 Gr.
Gesamtporto: 147 Gr.

Ab 16. November 1873 führte die Deutsche Reichspost für die Versendung von Paketen anstelle der Paketbegleitbriefe die "Post-Packetadressen"-Formulare ein. Sie wurden im Formularverzeichnis unter der Nummer C 20 geführt. Ab 1.1.1874 war die Versendung von Paketen nur noch mit diesen "Post-Packetadressen"-Formularen möglich.

NDP 30 Groschen im waagrechten Paar als Mehrfachfrankatur, extrem spät verwendet auf Post-Paketadresse für ein Paket von 2½ Kilogramm von HALVER 27 11 74 nach Easten (USA, Pennsylvania). Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:

Deutsches Porto bis Bremen (Tarif ab 1.1.1874) Beförderungsgebühr (unter 5 Kg, über 10 Meilen): 5 Gr.
Porto von Bremen über New York nach Pennsylvania Seefrachtgebühr (Gewichtsgruppe 3-5 Pfund): 55 Gr.
Gesamtporto entsprechend der Röteltaxierung auf dem Coupon: 60 Gr.

Es sind nur zwei Mehrfachfrankaturen mit dieser Marke bekannt.

10 Groschen (7 Exemplare, teils in Einheiten) + 5 Groschen vorder- und rückseitig auf Post-Paketadresse für ein Paket von 2,5 Kilogramm von KÖNIGSLUTTER 31 JUL 1874 (nachverwendeter Stempel auf der 5 Gr.- Marke) nach Kansas.

Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:
Deutsches Porto bis Bremen (Tarif ab 1.1.1874), Beförderungsgebühr (unter 5 Kg, über 10 Meilen): 5 Gr.
Porto von Bremen über New York nach Kansas, Seefrachtgebühr (Gewichtsgruppe bis 2,5 Kg): 140 Gr.
Gesamtporto: 145 Gr.

Es sind aber entsprechend der Röteltaxe nur 70 statt 140 Gr. (blauer Weiterfrankovermerk der Fa. Württemberger) frankiert. Die fehlenden 70 Groschen wurden per "Fahrpost Franco-defects" von der Aufgabepostanstalt beim Absender eingezogen.

Handschriftlicher Post-Speditions-Vermerk auf der Post-Paketkarte unten rechts.

5 Groschen, 10 Exemplare, teils in Einheiten vorder- und rückseitig als Mehrfachfrankatur auf Post-Paketadresse für ein Paket von 1,06 Kilogramm von PIRNA 1 7 75 nach Clinton (USA, Mass.). Aufbrauch der 5 Gr.-Marken als 50 Pfge.-Marken im Jahr 1875.

Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:
Deutsches Porto bis Bremen (Tarif ab 1.1.1874), Beförderungsgebühr (unter 5 Kg, über 10 Meilen): 50 Pfg.
Porto von Bremen über New York nach Pennsylvania, Seefrachtgebühr (Gewichtsgruppe 1-3 Pfund): 450 Pfg.
Gesamtporto entsprechend der Röteltaxierung auf dem Coupon: 500 Pfg.

Die großen Speditionsfirmen unterrichteten ihre Kunden regelmäßig mit gedruckten Listen über Schiffstransportgelegenheiten.

Schifffahrtsliste als Drucksache bis 40 Gramm, frankiert mit 1/3 Groschen aus Bremen

Der Norddeutsche Lloyd unterrichtete die großen Speditionsfirmen mittels gedruckter Karten über die erfolgreiche Überfahrt Ihrer Dampfer.


 

Benachrichtigungs-Drucksachenkarte Porto 1/3 Groschen
 

Benachrichtigungs-Drucksachenkarte Porto 1 Kreuzer