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 Martin Luther - Abschied vom Mittelalter                 zurück

Martin Luther

"Hier stehe ich, ich kann nicht anders"

Luther wurde am 10.11.1483 in Eisleben als Sohn eines Bergmanns geboren. Im Jahre 1484 wurde Luthers Vater Hüttenmeister im Mansfelder Kupferschieferbergbau.


 

Sondermarke und Sonderstempel der DDR zum 500. Geburtstag von Luther


 

Luthers Mutter Margarethe


 

1501 Studium in Erfurt
1505 Gewitter in Stotternheim, Luther wird Mönch
1512 Promotion in Erfurt, Dr. der Theologie, Prof. für Bibelauslegung

Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther an der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen gegen den Klerus und für eine Erneuerung der Kirche an. Das Professorenkollegium war begeistert, übersetzte den Text vom Lateinischen ins Deutsche und drucke eine hohe Auflage.
 

Sonderumschlag mit Einlage, seitlich verkürzt, mit Sondermarken von Südafrika zum 450. Jahrestag

Vor dem Reichstag zu Worms, 17./18. April 1521, verteidigte Luther vor Kaiser Karl V seine Lehre. Doch dort wurde gegen Luther die Reichsacht verhängt. Die daraus entstandenen Wirkungen bewegen bis heute Forschung und Phantasie der Menschen.

Auf der Rückreise von Worms nach Wittenberg ließ der König von Sachsen, Friedrich der Weise, Luther entführen und brachte ihn als Junker Jörg für 10 Monate auf der Wartburg unter.

Luther nutzte die Zeit für die Übersetzung des Neuen Testaments vom Griechischen ins Deutsche. Damit wurde er Vater einer einheitlichen deutschen Sprache. Dafür hatte er dem Volk aufs Maul geschaut. Die ersten 3000 Exemplare wurden sofort für 1,5 Gulden verkauft. Damit konnten sich weite Kreise der Bevölkerung das Werk beschaffen und sorgten so für die schnelle Verbreitung.


 


Sachsenkönig Friedrich der Weise,
Kupferstich von Albrecht Dürer


 


 

Giebelansichten der Wartburg mit Blick auf Luthers Studierzimmer

1521 nutzte Thomas Müntzer, 1486-1525, die Abwesenheit Luthers von Wittenberg. Er stand vor Kaiser Karl V in Worms vor Gericht.

Luther billigte nie die Auswüchse in den Bauernkriegen, die auch in seinem Namen geführt wurden. Nach der vernichtenden Niederlage der Bauern bei Frankenhausen wurde Thomas Müntzer am 15.5.1525 enthauptet.

Motive aus dem Monumentalgemälde von Werner Tübke, Panoramamuseum Frankenhausen


 

Die DDR hat die Bauernkriege propagandistisch instrumentalisiert.

Ulrich von Hutten, 1488-1523, wurde 1517 von Kaiser Maximilian zum Dichter gekrönt. Er starb an einer Verwundung im Krieg am Mittelrhein, den er gemeinsam mit Franz von Sickingen geführt hatte.


 

Götz von Berlichingen, 1480-1562, hatte sich ebenfalls an den Bauernkriegen beteiligt. Seine eiserne Hand verdankte er einer der Meisterleistung seiner Schmiede, die ihm die im Landshuter Erbfolgekrieg verlorene Hand ersetzten.

Um 1440 war die Buchdruckerkunst von Johann Gutenberg in Mainz erfunden worden. Mit Hilfe von Metall-Lettern war es möglich, Druckvorlagen zu setzen und große Stückzahlen zu drucken.

Von der Übersetzung des Neuen Testaments von Luther wurden bis zu seinem Tode mehr als 200 000 Exemplare verkauft.

Am 13. Juni 1525 heiratete Luther Katharina von Bora, eine ehemalige Nonne. Sie hatten 6 Kinder und eine Vielzahl an Enkeln. Martin Luther starb am 18. Februar 1546 in Eisleben.

Verwirrend für den Laien sind die zahlreichen Verträge, Gesetze, Urkunden, Bekenntnisse, Katechismen u.s.w. zur Klärung des Verhältnisses zwischen Katholizismus und Protestantismus aus der Lutherzeit und danach.

  • 1529 Großer und Kleiner Katechismus von Luther als Anleitung an die Hausväter. Etwa 30 unterschiedliche Katechismen sind aus der Lutherzeit bekannt.
  • 1530 Augsburger Bekenntnis von Melanchthon verfasst und Karl V überreicht

  • 1532 Nürnberger Religionsfrieden mit zeitweiser Duldung der Protestanten durch Karl V
  • 1534 Luther übersetzte das Alte Testament
  • 1555 Augsburger Religionsfrieden, der Fürst bestimmt die Religion in seinem Herrschaftsgebiet
  • 1563 Heidelberger Catechismus


 

Urkunde des Augsburger Religionsfriedens Nationalbibliothek Wien


 


 


 

Das NS-Regime scheute sich nicht, Luther propagandistisch zu nutzen


 

Die Lebensleistung von Luther wurde weltweit gewürdigt

Martin Luther 1535
Lukas Cranach d. Ä. 1492-1553
Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig