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 Martin Luther - Abschied vom Mittelalter                 zurück

Martin Luther

"Hier stehe ich, ich kann nicht anders"

Die römische Kurie und die römischen Kaiser

Eine Kurzgeschichte der bedeutendsten Päpste aus der Zeit der Reformation bis zum 30-jährigen Krieg lässt einen Blick auf die politisch-religiösen Zustände zu.


 

Nikolaus V, 1447-1455,
krönte 1452 Kaiser Friedrich III


 

Sixtus IV, 1471-1484,
aufwendige Hofhaltung, Vetternwirtschaft,
schuf die Sixtinische Kapelle


 

Alexander VI, 1492-1503,
Renaissancefürst, Vater von Cesare Borgia,
Teilung Südamerikas Spanien/Portugal


 

Julius II, 1503-1513,
Mäzen von Michelangelo


 

Papst Leo X mit dem späteren Papst Klemens VII

Leo X, 1513-1521,
Papst zum Zeitpunkt Luthers Thesenanschlag
links: Kardinal Rossi, + 1519,
rechts: der spätere Papst Klemens VII.

Die Kurie hatte die Sprengkraft der Reformation zunächst unterschätzt. Das Tagesgeschäft mit Kaiserwahl, Türkenkreuzzug, Expansion des Kirchenstaates, Verschönerung Roms, Bau der Peterskirche, Vetternwirtschaft und seine Liebschaften nahmen Leo X mehr in Anspruch.

 


 

Klemens VII, 1523-1534,
Kaiser Karl V 1530 widerwillig gekrönt,
scharfer Gegner der Reformation


 

Paul III, 1534-1549,
Vetternwirtschaft,
Anerkennung der Jesuiten


 

Julius III, 1550-1555,
Förderer der Jesuiten


 

Gregor XIII, 1572-1585,
stützte Heinrich III von Frankreich gegen die Hugenotten, Gegenreformation


 

Sixtus V, 1585-1590,
Vollendung Petersdom-Kuppel


 

Klemens VIII, 1592-1605,
Festigung des Papsttums


 

Paul V, 1605-1621,
1. Prozess gegen Galilei


 

Urban VIII, 1623-1644,
1626 Weihe des Petersdoms,
Verurteilung Galileis

Innozenz X, 1644-1655,
protestierte erfolglos gegen den Westfälischen Frieden


Gegner Luthers auf Seiten der Kurie


 

Ignatius von Loyola, 1491-1556,
1537 Priesterweihe,
Gründer der Gesellschaft Jesu,
Gegner der Aufklärung


 

Herzog Albrecht von Brandenburg, 1490-1545,
1513 Erzbischof von Magdeburg
1514 Erzbischof von Mainz
1518 Kardinal

Erzbischof und Kurfürst Albrecht II hatte seine Ämterhäufung beim Papst gegen hohe Gebühren erworben, die er sich von den Fuggern vorfinanzieren ließ. Zur Tilgung seiner Schulden kam ihm der Ablasshandel durch Tetzel entgegen. Vor allem gegen diese Machenschaften richteten sich die 95 Thesen Luthers.


 

Johannes Tetzel, 1464-1519,
1488 Dominikanermönch,
1504-1510 Ablassprediger der Dominikaner,
1517 zuständig für die Ablassprovinz Magdeburg. Die Einnahmen gingen zur Hälfte an den Papst, die verbleibende Hälfte teilten sich Tetzel und Albrecht.
 

Johannes Eck, 1486-1543,
Professor für Theologie,
1519 Disput mit Luther in Leipzig,
trug zur Verschärfung der Gegensätze zwischen Papsttum und Reformation bei.

 

Die römischen Kaiser

Maximilian I, 1459-1519, der letzte Ritter, Sohn Kaiser Friedrich III

  • 1491 habsburger Erbfolge in Ungarn
  • 1495 Wormser Reichstag mit der Verkündigung des Ewigen Landfriedens und Schaffung des Reichskammergerichts,
    damit Verbot des feudalen Fehderechts
  • 1499 Verlust der Schweiz
  • 1508 Kaiserkrönung mit Billigung von Papst Julius II
  • Die Reformation war für Maximilian kein Thema, er war vor allem mit der Sicherung der Reichsgrenzen beschäftigt

Karl V, 1519-1556, Enkel von Maximilian I

  • 3.1.1521 Bannbulle von Leo X, Luther kein Katholik mehr!
  • 17.-18.4.1521 Wormser Edikt, Luther steckbrieflich gesucht
  • 1532 Nürnberger Religionsfriede, befristete Duldung der Protestanten
  • 1547 Sieg Karl V über den Schmalkaldischen Bund der protestantischen Fürsten bei Mühlberg, Eroberung Wittenbergs
  • 1555 Augsburger Religionsfrieden, jeder Landesherr bestimmte die Religion in seinem Reich
  • 1556 Abdankung