T h e m a t i s c h e  H e i m a t s a m m l u n g e n

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 Erlangen - Visitenkarte einer kleinen Großstadt                     zurück
Gerhard Binder

Erlangen wird Garnisonsstadt (1886-1993)

a) Die Errichtung der Garnison
b) Der 1. Weltkrieg und seine Folgen
c) Die Leiden des 2. Weltkrieges
d) Unter amerikanischer Besatzung

a) Die Errichtung der Garnison

 

1897 wurde ein Garnisonslazarett eingerichtet. 1909 erreichte die Garnison bei 24600 Einwohnern und 1160 Studenten bereits 2200 Mann. Ab 8.8.1914 griffen das 19. Landsturm-Infanterie-Regiment und das 10. Feldartillerieregiment in den 1.Weltkrieg ein.


 

portofreie Regierungssachen (RS) vom Bataillonskommando Erlangen und dem königl. 6. Jäger Bataillon
 

sowie portofreie Heeressache vom Bezirkskommando Erlangen

Am 30.1.1868 wurde die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Die Stadt befürchtete den Abzug der nicht-theologischen Studenten, die parallel dienen und studieren konnten. Deshalb wurde auf ihr Bitten am 12.3.1868 ein Landwehr-Bezirkskommando eingerichtet.

b) Der 1. Weltkrieg und seine Folgen

 

Die in Erlangen verbliebenen Soldaten der Ersatzbataillone hatten das im Herbst 1914 errichtete Gefangenlager östlich der Kaserne für 4000 Gefangene zu bewachen. 1915 wurden 1400 Russen und Franzosen eingeliefert und zum Arbeitsdienst eingesetzt.

c) Die Leiden des 2.Weltkrieges


 

Portofreie Lebenszeichenkarte
 

Zurückgesandte Feldpost

Die Ungewissheit über den Verbleib von Angehörigen war eine starke Belastung. Ausgebombte konnten deshalb per Eilkarte portofrei ihren Verbleib mitteilen. Wurde aber auf die neue Anschrift eines Soldaten verwiesen, so folgte meist die Todesnachricht.

 

Erlangen wurde als Stadt weitgehend von kriegerischen Handlungen verschont. Die beiden Luftangriffe 1942 und 1943 verliefen recht glimpflich. Die Universitätskliniken wurden zu Lazaretten und Genesene in Ersatzkompanien wieder für die Front gedrillt.

Portofreie Feld- und Kriegsgefangenenpost

Die nach dem Ende des 1. Weltkrieges verbliebene kleine Garnison der Bürgerwehr wurde von Hitler bis zum Beginn des 2. Weltkrieges systematisch mit Infanterie-, Artillerie- und Panzereinheiten ausgebaut. Mancher beendete den Krieg als Gefangener.

d) Unter amerikanischer Besatzung


 

Die Verteidiger:
SS, Wehrmacht, Volkssturm (links Plattenfehler)
 


 

Überroller-Postanweisung:
Vor Kriegsende aufgegeben, mit amerikanischer Zensur nach Kriegsende zugestellt
 


 

Die Angreifer: US-Panzerverbände
 

Feldpostbrief der US-Army vom vorletzten Kriegstag aus dem besetzten Erlangen

Im April 1945 griff das aus Richtung Würzburg kommende XV. US-Panzerkorps die Stadt an. Ein Inferno wurde nur vermieden, weil Kampfkommandant Oberstleutnant Lorleberg am 16. April den Abbruch des Widerstandes befahl und Erlangen an den Feind übergab.


 

Ganzstücke mit den jeweils vorgeschriebenen Zulassungs-Vermerken
 


 

Ganzsache der US-Militärpost
 

Portofreier amerikanischer Dienstbrief

Die Besatzer organisierten unverzüglich das öffentliche Leben neu. Der eingestellte und zensierte Postverkehr wurde unter bestimmten Auflagen für Ämter und Firmen wieder zugelassen. Die ehemalige NSDAP-Hochburg "Braunes Haus" wurde zum "Amerika-Haus".


 

Postkarte vom 22.6.1948 mit Frankatur in alter und neuer Währung
 


 

Ganzsache mit Mischfrankatur der sowjetischen und Bi-Zone
 

Als Notpaketkarte verwendete Postkarte; rückseitig Restporto

Verschiedene Posthoheiten und Tarife charakterisieren die Wirren der Nachkriegszeit. Alles fehlte, Geld war nichts mehr wert, der Schwarzmarkt blühte. Erst die Währungsreform vom 21.6.1948 mit Umtausch 10:1 brachte die wirtschaftliche Wende.