T h e m a t i s c h e  H e i m a t s a m m l u n g e n

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 Erlangen - Visitenkarte einer kleinen Großstadt                     zurück
Gerhard Binder

Von der Frühzeit bis ins 16.Jahrhundert

a) Vom Erlenhang nach Erlangen
b) Vom Mittelalter zum Dreißigjährigen Krieg

a) Vom Erlenhang nach Erlangen


 

Markenheftchen Belgien: Erlenlandschaft
 


 

Oben: Typischer Erlenanger
Unten: Bogen- und Heftchenmarke: Erlenzweig

 


 

Brief von 1801 mit Schreibschriftstempel "v. Erlang"
 

Internationaler Antwortschein mit Stempel "Erlangen"

In einer Urkunde von König Heinrich II. erscheint erstmals "villa Erlangon" später 1017, "Erlangun". Das Grundwort "wang" bezeichnet zusammen mit dem Baum "Erle" das Gelände "Erlenanger". Daraus bildete sich später "Erlang" und das heutige Erlangen.


 

wollhaariges Nashorn, Wisent,  Mustermarke: Mammut, Zuschlagsmarke: Ren, Riesenhirsch, Wisent, wollhaariges Nashorn
 

Privatganzsache: Mammut und Riesenhirsch
Sonderstempel u. a. Mammut
 

Knochenfunde von Mammut, Wisent, Riesenhirsch, wollhaarigem Nashorn und Ren, im Löß von Spardorf, lassen darauf schließen, dass der heutige Erlanger Raum bereits in der Altsteinzeit besiedelt war. Zweifelsfreie Nachweise darüber gibt es jedoch nicht.


 

Pfeilspitzen, Steinbeile und Schaber aus Feuerstein
 


 

Ganzsache mit amtl. genehmigtem privaten Zudruck
 

Steinbeil

Die dauerhafte Besiedlung um Erlangen kann in der Jungsteinzeit mit Funden von Feuersteinklingen bei Buckenhof, einem geschliffenen Steinbeil bei Alterlangen und einer Pfeilspitze bei Kriegenbrunn belegt werden. Keramikfunde fehlen dagegen völlig.


 

Poststellen II-Stempel: Der heutige Erlanger Ortsteil Tennenlohe (= Tannenfeuer) bezeugt die Besiedelung durch Brandrodung
 


 

Markenheftchen:
Laubfütterung, Eicheln- und Eckernmast
 


 

Fichte, Föhre, Lärche: Spreu- (= Nadeln) kratzen

 

erste Entwurfszeichnung zur Sondermarke:
Eicheln, Laub

Lebensgrundlage seit der Steinzeit bis ins Mittelalter boten die ausgedehnten Wälder durch Brandrodung, Holzschlag und Köhlerei. Spreukratzen, Laubfütterung, Wiesen- und Waldweide sowie Eicheln- und Eckernmast ermöglichten eine Viehwirtschaft.


 

Höhlenmalerei: Frau bei Honiggewinnung
Bären und Zeidler zur Honigsuche bei Bienenstöcken in ausgehöhlten Baumstämmen
 


 

Hand-Sonderstempel:
Bienenkorb aus Stroh oder Binsen
 

Poststellen II-Stempel vom Weiler Honings
(Honing = altdeutsch Honig)
 

In den ausgedehnten Wäldern entstanden aus der Ausbeutung der Wildbienenstöcke Zeidelgüter. Gemarkungsnamen mit dem Bestandteil "Honing" zeugen heute noch davon; ebenso wie die Nürnberger Lebkuchenindustrie, für die sie die Grundstoffe lieferten.

b) Vom Mittelalter zum Dreißigjährigen Krieg

Kaiser Karl IV. erwarb 1361 "daz Dorff zu Erlang mit allen Rechten, Nutzen und Zuhörungen" und setzte seine "Amptleute zu Erlang" ein. Das Stadtrecht gründet sich auf eine Urkunde vom 12.1.1367, wo von Erlanger "Bürgern und Leuten" die Rede ist.


 


 

Das Standbild Kaiser Heinrich II, der Bamberger Reiter. Während der Zugehörigkeit Erlangens zum Domstift wurde der Dom gebaut.

Heinrich II, ab 1004 Kaiser, schenkte 1002 die Dörfer "Erlang und Eggolsheim, samt den drei Priestern, alle im Radenzgau" dem Würzburger Bischof. 1017 beurkundete er den Tausch von Erlangen, Forchheim, Eggolsheim und Kersbach zum Domstift Bamberg.


 

Botenbrief von Markgraf Georg Friedrich zu Ansbach, 1598
 


 

Markenheftchenblatt:
Die Nürnberger Burg, Sitz der Burggrafen, Symbol der Reichsstadt
 

Botenbrief von 1771 aus Erlangen mit elfzeiliger Ergebenheitsadresse, an den Landesherrn Christian Friedrich Carl Alexander, Markgraf von Bayreuth und Kulmbach

1402 verkaufte König Wenzel die fränkischen Besitztümer an den Burggrafen von Nürnberg. Nach häufigem Besitzerwechsel, u. a. an die Reichsstadt Nürnberg, fiel Erlangen 1577 an die Hohenzollern zu Ansbach und kam 1603 ins Markgrafentum Kulmbach-Bayreuth.


 

König Gustav II. Adolf, Heerführer der protestantischen Union (Rollen- und Bogenmarken, links ohne, rechts mit Wasserzeichen)
 

Die Heerführer der katholischen Liga, Wallenstein (links) und Tilly (rechts)

Der Dreißigjährige Krieg erreichte Franken erst 1631. Zuvor wurde das Land mehrfach geplündert. Der kaiserliche Heerführer Tilly besuchte das von seinem Heer zerstörte Eltersdorf. 1632 und 1634 wurde Erlangen von der katholischen Liga niedergebrannt.